Canterbury und das Waipara Valley

0
1444

Das viertgrößte Weinbaugebiet Neuseelands blickt auf eine junge Geschichte zurück, wächst aber kontinuierlich. Inzwischen sind hier 66 Weingüter ansässig, von denen die meisten kleine “Boutique Wineries” sind. Canterbury ist eine Riesling-Region – die Rebsorte findet hier perfekte Bedingungen vor. Aber auch andere Trauben gedeihen gut, wie der Spätburgunder, der hier einen ganz eigenen Charakter entwickelt. Die Landschaft ist vielfältig und ermöglicht diverse Freizeitaktivitäten in der Natur, an der Küste ebenso wie im Landesinneren. Bei einem Besuch in der Region empfiehlt es sich, das eine oder andere Weingut zu besuchen und die lokalen Tropfen zu probieren. 

Canterbury erstreckt sich auf einer großen Fläche entlang der Ostküste der Südinsel. Der für den Weinbau genutzte Teil der Region setzt sich aus drei Unterregionen zusammen: den Ebenen von Canterbury, dem Waipara Valley und dem Waitaki Valley. Christchurch, die größte Stadt der Südinsel, befindet sich inmitten der Region und reicht im Osten bis an die Küste heran. Viele der Weingüter liegen nördlich von Christchurch und sind von dort aus mit dem Auto innerhalb einer Stunde erreichbar. Die Weinregion besteht aus Tälern und Ebenen. Westlich von Canterbury liegen die Neuseeländischen Alpen, in östlicher Richtung grenzt das Gebiet an den Pazifik. 

 


 

Klimatische Bedingungen

Typisch für Canterbury, auch im Winter, sind klare, sonnige Tage. Die Sonne scheint hier rund 2.100 Stunden im Jahr. Ferner gibt es wenig Niederschlag und es ist insgesamt eher kühl. Während die Alpen Schutz vor extremen Wettereinflüssen bieten, sorgt das Meer für moderate Temperaturen. Da auf einen warmen Sommer oft ein sehr trockener Herbst folgt, müssen die Weinberge mitunter bewässert werden, um den Folgen von Dürre vorzubeugen. Die großen Differenzen zwischen Tages- und Nachttemperaturen wirken sich günstig aus und verhelfen den Weinen zu Komplexität. Das Klima Canterburys erlaubt die erfolgreiche Kultivierung vieler verschiedener Rebsorten. 

Täler und Ebenen 

Als sehr großes Areal vereint die Region Canterbury/Waipara verschiedene Bodentypen. Dementsprechend gibt es ausgeprägte subregionale Unterschiede. 

Die flachen Ebenen der Canterbury Plains liegen vor den Toren der Stadt Christchurch. Hier ist es vornehmlich kühl, weshalb die Trauben langsam heranreifen. Wasserdurchlässige, steinige Böden aus Kies und Grauwacken ergeben wunderbar ausdrucksstarke, elegante Weine.

Waipara ist ein Wort aus der Sprache der Maori und setzt sich aus den Worten “Wai” für Wasser und “Para“ für Schlamm zusammen. Der Boden im Waipara Valley enthält Lehm mit Kies und teilweise auch Kalkstein. Das Klima ist hier etwas wärmer als anderswo in Canterbury. Rieslinge aus Waipara sind besonders kräftig im Geschmack.

Waitaki Valley ist die südlichste, kleinste und jüngste Weinregion in Canterbury. Auf der Suche nach neuen Anbaugegenden entdeckten Winzer dieses für ihre Zwecke vielversprechende Tal. Im Boden finden sich {tip Löss::Durch den Druck der Gletscher in der Eiszeit pulverisiertes Gestein. Wird in Verbindung mit Wasser zu Lehm.}Löss{/tip} und Kalkstein sowie {tip Grauwacken::Gesteinsart aus Sandstein}Grauwacken{/tip} und Schiefer. In Verbindung mit den Wetterbedingungen entstehen intensive, mineralische Weine.

 

Riesling, Pinot und Co.

Riesling aus der Region Waipara/Canterbury ist wahrhaft bemerkenswert. In allen Varianten, ob trocken oder edelsüß, besticht er durch ein üppiges {tip Bouquet::Duft eines Weines im Glas}Bouquet{/tip} und konzentrierte Fruchtaromen, die mit der feinen Säure und Mineralität spielen. Der Riesling wie auch der Pinot Gris duften und schmecken herrlich nach Zitrusfrüchten und Gewürzen. 

Der Pinot Noir präsentiert sich in diversen Varianten, die aufgrund der langen Reifezeit alle sehr vielschichtig sind. Es gibt leichtere, feine Pinots ebenso wie schwerere Rotweine mit vollem Körper und erdigen Untertönen. Am Gaumen weisen sie samtig-weiche Tannine auf. Typische Aromen sind reife Beerenfrüchte mit Nuancen von Vanille, Zimt oder Schokolade. 

Neben diesen vorherrschenden Rebsorten wird in Canterbury auch erfrischender Sauvignon Blanc und Chardonnay in verschiedenen Richtungen angebaut. Letzterer verfügt meist über deutliche Zitrusnoten und reicht von leichten, fruchtigen Weinen bis hin zu cremigen Chardonnays mit Aromen von Butter oder Mandeln. 

 

Wie der Wein nach Canterbury kam

Dass der Norden Canterburys für den Weinanbau entdeckt wurde, ist noch nicht allzu lange her. Es waren französische Siedler, die in den 1970er Jahren die ersten Reben pflanzten und versuchten, in diesem Teil Neuseelands Wein herzustellen. Für ihre ersten Versuche nutzten sie die Ebenen der Canterbury Plains. In den Achtzigerjahren nahm die Weinproduktion langsam Fahrt auf. Waipara war das nächste Anbaugebiet, das sich als geeignet für den Weinbau herausstellte. Mittlerweile befindet sich hier eine große Anzahl Weingüter. Die örtlichen Winzer sind bis heute auf der Suche nach neuen Gegenden, sodass inzwischen auch im weiter südlich gelegenen Waitaki Valley Trauben reifen.

 

Drei bekannte Weingüter

Seit den 1980er Jahren ist Pegasus Bay in Waipara fest in Familienhand. Die Weine sind von hoher Qualität. Der hocharomatische Riesling und Pinot Noir sind besonders empfehlenswert. Darüber hinaus erzeugt das Weingut einen fruchtigen Sauvignon-Semillon. Die ebenfalls hervorragenden Weine des zugehörigen Labels Main Divide bieten ein besonders attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Einige der ältesten Reben Canterburys sind in den Weinbergen von Waipara Springs zu Hause. Seit den frühen Achtzigerjahren existiert das Gut bereits. Auch hier gibt es zwei verschiedene Produktreihen: die fruchtig-frischen Waipara-Springs-Weine und die lagerfähigen, komplexeren Tropfen, die unter dem Namen Premo erhältlich sind. 

Bei Torlesse, einem der ältesten Weinproduzenten der Gegend, wird jeder Handgriff, vom Anbau bis zur Abfüllung, auf dem Weingut selbst ausgeführt. Die verschiedenen Auszeichnungen bestätigen das Traditionsgut in seiner Arbeit. Neben einer breiten Weinpalette, von Sauvignon Blanc bis zu Bordeaux-Verschnitten, stellt Torlesse auch einen Portwein sowie den Likör Crème de Cassis her. 

 

Daten und Fakten

Anbaufläche 1.462 ha
Weinertrag gesamt 110.000 hl
Ertragszahlen 75 hl pro ha
Anteil an Rotweinen an Gesamtanbaufläche 23 %
Anteil an Weißweinen an Gesamtanbaufläche 77 %

                                                                               

(ungefähre Angaben)

 

 

 

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.