Die Weinbauregion Alpen, Apennin und Po-Ebene

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Italien bietet als Weinanbauland den Vorzug, von Nord nach Süd Regionen vorzuweisen, in denen jeweils Wein angebaut wird. Italien kann als ein ganzes Weinbaugebiet bezeichnet werden, aber in den 20 Regionen wachsen die unterschiedlichsten Rebsorten. So vielfältig die einzelnen Regionen sind, so einzigartig sind auch die Weine, die dort hergestellt werden. Die Alpen nehmen in Bezug auf den Weinanbau in Italien eine große Rolle ein. Sie sind eine wichtige Klima- und Wasserscheide und beeinflussen damit sowohl die nördlich wie südlich davon gelegenen Regionen. Was den Wein in Italien anbelangt, beginnen dort, wo die höchsten Erhebungen der Alpen in ein sanftes und grünes Gebiet abfallen, die Weinbauregionen der Po-Ebene und die Region Apennin. Sie werden mit den in Alpennähe gelegenen Südtiroler Regionen in diesem Artikel vorgestellt.


 

 

Die fruchtbare Po-Ebene

Ausgedehnt über das Tiefland im Norden von Italien liegt die Po-Ebene. Durch sie fließt der Fluss, der ihr seinen Namen gegeben hat und der größte in Italien ist. Diese Region ist nicht nur eine der fruchtbarsten, sondern auch eine der am dichtesten bevölkerten in Italien. Die Po-Ebene hat eine Größe von 50.000 km² bzw. eine Länge von West nach Ost von 400 Kilometern bzw. eine Breite von bis zu 200 Kilometern. Nördlich wird sie von den Alpen und südlich vom Apennin Gebirge begrenzt. Sie berührt dabei die Regionen Piemont, Lombardei, Venetien und die Emilia-Romagna.

Boden: Gletscher-Alluvial-Boden, vulkanisches Gestein, Kalkstein, sandiger Kiesboden

 

Der Wein der Po-Ebene

Als eine warm-gemäßigte Klimazone kann die Po-Ebene mit warmem und sonnigem Wetter aufwarten. Die Temperaturen steigen im Sommer auch einmal knapp unter 40° an. Aber die Po-Ebene ist eine mitteleuropäisch-kontinentale Zone und so sind die Winter auch einmal bis zu 15° Minus möglich. Frühling und Frühsommer bringen die angenehmsten Temperaturen, aber auch teilweise heftige Niederschläge. Die Ebenen der Region werden intensiv landwirtschaftlich genutzt, um die Ackerflächen freizuhalten, findet der Weinbau vorwiegend an den Hanglagen statt.

Im Piemont, in das die steilen Hänge der Ausläufer der Alpen reichen, wachsen unendlich viele heimische Rebsorten, sodass ein Import anderer Sorten gar nicht notwendig ist. Es entstehen sortenreine, und stilistisch sehr verschiedene Weine und als wenn das noch nicht reichen würde, werden sie auch untereinander verschnitten. So entstehen nicht nur die konventionellen Sorten, sondern auch sehr ungewöhnliche, spannende und in vielen Fällen erstklassige Weinsorten. Die sortenreinen können das DOC-Siegel oder das DOCG-Siegel tragen, die Verschnitte eher nur DOC-Standard erreichen.

Boden: Moräne mit ausstreichendem Kies oder Stein, Kalkstein, Lehm, Ton, eisenreicher Mergel

In erster Linie reifen rote Rebsorten in den Weinbergen und Weingärten des Piemont. Aber eben nur in erster Linie, und so kommt auch ein sehr guter Cortese oder verschiedene Moscato in die Flasche, gerne auch der Asti Spumante. Aber, der Nebbiolo ist der Spitzenreiter, dessen Name sich vom italienischen Wort für Nebel (nebbia) ableitet. Er zieht sich im Herbst über die goldgefärbten Blätter der Weinstöcke bis hinauf in die Dörfer auf den oberen Hügeln der Region. Der Barbera ist der Wein, der von der Menge her am meisten produziert wird. Wenn er gut ausgebaut wurde, kann er mit einer herrlichen Fülle überzeugen, die keinesfalls schwerfällig ist.

Auch die Lombardei zählt zur Po-Ebene und hier werden viele der Rebsorten angebaut, die im Piemont und in Norditalien wachsen. Selbst hat sie keine Berühmtheiten anzubieten, aber ein Anbaugebiet, das sehr ertragreich ist und Oltrepò Pavese heißt.

Boden: Kalkstein mit Ton-, Kreide- oder Kiesdeckschicht, schwerer Ton

 

Die italienischen Alpenregionen

Der Norden Italiens grenzt mit Südtirol an den südlichen Teil der Alpen. Die Schweiz und Österreich sind die Länder jenseits der Landesgrenze. Zu den Bundesländern Italiens, die auch zur Alpenregion zählen, gehört das Trentino, sowie Friaul/Julisch, Venetien und das Aostatal.

Das Etschtal im Trentino-Südtirol bildet einen schmalen Korridor Richtung Norden. Zwischen den steilen Felshängen sind auch anmutige Regionen zu finden, die mit Weinreben bepflanzt sind. Südtirol kann schon seit einer Weile mit klassischem Weißwein aufwarten, er liebt in der Höhe die geschützte Region und die im Fels gespeicherte Wärme. Mehr als die Hälfte der hier produzierten Weine stammen aus Genossenschaften, sind aber deshalb nicht unbedingt weniger gut. Auch im Trentino werden Weißweine angebaut, aber der Rotwein wird trotzdem bevorzugt. Schiava, Lagrein oder Teroldego sind die typischen Gewächse für Nordostitalien.

Boden: Gletscher-alluvial bis vulkanisch

Sieben Provinzen umfasst die Region Venetien, die sich von Friaul Julisch im Osten bis zur Lombardei im Westen erstreckt und eine der berühmtesten Städte der Welt zur Hauptstadt hat. Weil die Region von Venetien zu einem Drittel flach ist, werden hier die meisten Rebstöcke angepflanzt. Sie nehmen ein Gebiet von 90.000 Hektar ein und reichen vom Gardasee bis in die hügeligen Ausläufer der Alpen. Hier wird DOC-Wein hergestellt, der Soave, Valpolicella und Bardolino heißt, und zwar in einer Menge, die Verona zur Hauptstadt des Weins macht. Dort findet jährlich die größte italienische Weinmesse statt, die Vinitaly. Das Zentrum für Weinbautechnik und Weinbauforschung liegt im östlichen Conegliano. Es tobt ein Kampf zwischen Genossenschaften und Behörden, die Ertragszahlen sollen erhöht werden. Das gefällt weder den Behörden noch den privaten Erzeugern, die sich selber immer strengere Maßstäbe setzen, um bestmögliche Qualität zu erzielen.

Boden: Sand, Kalkstein, Mergel, Basalt

 

Die Region Apennin

Friaul-Julisch Venetien ist in Bezug auf den Weinanbau eine besondere Region. Nicht nur, dass hier die Weinkarte nach Rebsorten gegliedert ist – was sonst nur noch in Südtirol vorgenommen wird – es gibt auch noch eine große Zahl an Unterbereichen und Namenskombinationen. Über die gesamte Region erstreckt sich eine sehr große DOC-Region, es gibt zwei Hügelregionen mit dem Namensteil „Colli“ und drei kleinere, eher unbedeutende DOC-Regionen in der Nähe der Küste. Die große DOC-Region nennt sich Grave del Friuli und reicht vom gesamten Hinterland von Venetien bis zum Osten nach Udine. Die vorerwähnten Hügelregionen liegen an der slowenischen Grenze bei Gorizia und nördlich davon als DOC Colli Orientali del Frouli.

Boden: Sand, Kalkstein, Mergel

Neben Südtirol werden in Italien nirgendwo so erstklassige Weißweine hergestellt, wie im Friaul-Julisch. Dieser Weißwein wird häufig gar nicht erst im Barrique ausgebaut, weil er einen erstklassig reintönigen Geschmack hat. Zusätzlich stammt aus der Region delikater Süßwein und auch Merlot und Refosco oder Schioppettino, alles in bester Qualität.

Das Aosta-Tal präsentiert kleine Weingärten, die zwischen steilen Südhängen vom Piemont bis zu den Savoyen zu finden sind. Im nahezu lückenlosen Anbau stehen Nebbiolo und Barbera einträchtig zusammen mit Gamay und Petit rouge. Auch der Petite Arvine aus der Schweiz gesellt sich noch hinzu, aber es gibt auch zwei Lokalmatadore: den Blanc de Valdigne und den Rotwein Vien de Nus. Viel Wein wird hier nicht produziert, aber seit 1986 gibt es 18 Weine in DOC-Qualität.

Boden: Kies, Sand, Ton

 

Bekannte Weinguter in den Regionen

Zu den bekanntesten Weingütern der Anbauregionen Alpen, Apennin und Po-Ebene zählen eine ganze Reihe namhafter Besitztümer, deren Nennung in der Kürze nicht möglich ist. In jeder der 20 italienischen Weinanbauregionen und auch in denen der Alpen, des Apennin und der Po-Ebene gibt es außerdem große Berühmtheiten.

Im Piemont ist beispielsweise Angelo Gaja, der vor allem was den Weinstil, die Rebsorten und die Methoden angeht, eine der profiliertesten Winzer. Sein Besitz ist 101 Hektar groß und bringt in jedem Jahr rund 25.000 Kisten Barbaresco, Barolo, Cabernet Sauvignon oder Chardonnay hervor.

In der Lombardei zählt Ca‘ Del Bosco zweifelsohne zu den berühmten Persönlichkeiten im Weinbau, vor allem für den Franciacorta-Spumante. Der Gründer Maurizio Zanella hat das Unternehmen weltberühmt gemacht. Jährlich werden rund 1,5 Millionen Flaschen von 160 Hektar Rebfläche produziert.

In der dritten Generation produziert Manlio Collavini auf dem Corno di Rosazzo im Friaul seinen Wein. Die Qualität ist, wie am Bianco Broy zu erkennen, hervorragend und steigerungsfähig. Er bewirtschaftet 170 Hektar Rebfläche.

  Anbaufläche ha

Gesamtertrag

hl

DOC-Produktion hl Rotwein Weißwein
Piemont 55.118 3.267.000 1.837.201 75 % 25 %
Lombardei 26.951 1.600.000    678.230 55 % 45 %
Trentino 12.800 1.265.000    867.191 75 % 25 %
Venetien 75.315 9.066.000 1.965.300 30 % 70 %
Friaul-Julisch 19.513 1.154.000    721.790 80 % 20 %
Aosta-Tal      570      31.000        7.298 70 % 30 %

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