Die Weinregion Ahr

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Die Weinregion Ahr befindet sich nördlich im Bundesland Rheinland-Pfalz und erstreckt sich lediglich über ein kleines Anbaugebiet. Deutschlandweit ist es jedoch das größte geschlossene Anbaugebiet für Rotwein, denn hier findet man 86% rote Reben. Einige Sorten zählen sogar zu den besten deutschen Rotweinen und sind bei Kennern sehr geschätzt. Aus diesem Grund nennt man die Weinregion Ahr auch Rotweinland. 

Geographisch befindet sich das Gebiet entlang des gleichnamigen Flusses Ahr, welcher in den Rhein mündet. Auf dem Weg durchquert der Fluss die Städte Altenahr und Heimersheim. Das Gebiet hat etwa eine Länge von 30 Kilometern. Da die linke Flusshälfte viele Sonnenstunden genießt und äußerst viele Steilhänge aufweist, sind die klimatischen Gegebenheiten für den Weinanbau in dieser Region herausfordernd, jedoch trotzdem gut geeignet.


 

Deutschlandweit zählt die Weinregion zu dem drittkleinstem Anbaugebiet. Trotzdem ist diese Region sehr ertragreich und bringt sehr beliebte und vor allem qualitativ hochwertige Weinsorten hervor. Die Ersten, die hier Wein angebaut haben, waren übrigens die Römer. Sie erkannten schon früh das gute Anbaupotenzial dieser Region. 

Die Geschichte des Weinanbaus in der Region Ahr

Das Weinbaugebiet Ahr ist ca. 545 Hektar groß und liegt deutschlandweit auf Platz zehn, wenn es um die Größe geht. Die Weingüter aus dieser Region erzeugen zusammen ca. 43.000 Hektoliter Wein. Die Weinregion Ahr ist ein sehr traditionsreiches Anbaugebiet, denn schon die Römer besiedelten die Region und fanden ihre Leidenschaft zum Weinanbau. Die Geschichte des Anbaus reicht bis ins achte Jahrhundert zurück. Der Weinanbau des Ahrweins ist heutzutage im Weingesetz § 3 Absatz 1 Nummer 1 geregelt.

Die Weinregion Ahr ist eine sehr traditionelle Region. Bereits im Jahr 893 bezieht sich der Prümer Urbar das erste Mal auf die Weinregion Ahr und benennt die großen Weinberge in der Region. Hier findet sich also die erste urkundliche Belegung für den Weinanbau in der Region Ahr. Erwähnt werden unter anderem Altenahr, Dernau, Ahrweiler und Walporzheim. Doch nicht nur die Abtei Prüm war im Besitz von Weinbergen; auch andere Klöster und Grundherren aus der Gegend betrieben den Anbau von Wein. 

Bis zum dreißigjährigen Krieg wurden hier vor allem weiße Rebsorten angebaut. Zwar gab es auch schon den Burgunder, jedoch wurde dieser ähnlich dem Weißwein produziert und trug den Namen Ahrbleichert, was seiner blassrosa Farbe geschuldet war. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam es zu großen Absatzproblemen. So gründeten im Jahr 1868 insgesamt 18 Winzer eine der weltweit ersten Winzergenossenschaften. Schon kurze Zeit später lief das Weingeschäft wieder an. Einen großen Umbruch in der Weinwirtschaft konnte man in den letzten zwanzig Jahren verzeichnen. So bauen die Winzer das Potenzial ihrer Weine aus und lagern diese länger im Fass. Zudem kann man auch in der Weinregion Ahr den allgemeinen Trend weg von süßen und hin zu halbtrockenen und trockenen Weinen beobachten. 

Geographische Besonderheiten der Region Ahr

In der Weinregion findet man eine Unterteilung in ein oberes und ein unteres Weinanbaugebiet. 

In dem oberen Anbaugebiet ist das Flusstal eher schmal. Das Gebiet erstreckt sich von Marienthal bis nach Altenahr. Dadurch, dass die Hänge sehr steil sind, kommt es zu einer intensiven Sonneneinstrahlung. Diese sorgt dafür, dass die Reben schnell und gut reifen können. Der Boden ist ein karger Verwitterungsboden aus Schiefer. Auf Grund dessen erhält der Wein seine feinfruchtige Note und einen leichten mineralischen Geschmack. 

Das untere Weinanbaugebiet ist in Gegensatz dazu im Flussbereich weit gefächert. Das Gebiet erstreckt sich von Heimersheim bis Walporzheim. Auch hier gibt es steile Hänge, allerdings gehen diese langsam in flache Lagen über. Zudem unterscheidet sich die Bodenbeschaffenheit. Anstatt Schieferboden gibt es in diesem Gebiet Lößlehmboden, der besonders dazu dient, dass die Weine körperreich werden und einen vollen, runden Geschmack entwickeln. 

Klimatisch ist die Region von Besonderheiten gekennzeichnet und ist für die Winzer eine mittelschwere Herausforderung. Besonders den mikroklimatischen Bedingungen ist es zu verdanken, dass die Reben hier trotzdem so hervorragend reifen können. Gerade die niedrige Niederschlagsmenge, die vielen Sonnenstunden erschweren die Arbeit der Winzer und erhöhen zudem den Preis der Weine. Dies liegt daran, dass durch die Steilhänge kein Einsatz von Maschinen erfolgen kann. So ist die Ernte eine echte Schwerstarbeit. Obwohl die Region recht nördlich liegt, herrscht hier oftmals mediterranes Klima. Grund hierfür sind die eng beieinanderliegenden Felswände, welche Wärme speichern und durchgängig abgeben. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Ahrtal 9,8 Grad.

Durch den Unterschied in der Bodenbeschaffenheit bringt die Region, obwohl sie so klein ist, eine Vielzahl von geschmacklichen Varianten hervor. 

Wie bereits erwähnt, werden 86% rote Weine in der Weinregion Ahrtal produziert. Zugelassen sind hier 22 rote und 45 weiße Rebsorten. Flächenmäßig bedeckt der Anbau roter Reben ca. 480 Hektar. Somit werden auf den restlichen 14% Fläche weiße Reben angebaut. Lediglich 15 der im Ahrtal angebauten Reben sind bedeutsam für den Markt. 

Im Jahr 1972 kam es durch die Flurbereinigung zu einem Anbau qualitativ hochwertigerer Rebsorten. Auch Neuzüchtungen, wie beispielsweise Dornfelder und Domina, konnten beobachtet werden. Besonders der hochwertige Frühburgunder wird in den letzten Jahren verstärkt angebaut.

Den stärksten Anbau verzeichnet der Spätburgunder (Pinot Noir) mit 61,3% Flächenanbau. Danach folgen der Blaue Portugieser, Riesling, der weiße Frühburgunder und der rote Frühburgunder, Regent, Dornfelder, Domina, Müller-Thurgau und einige weitere. Obwohl die weißen Weine eher in den Hintergrund gedrängt werden, sind diese geschmacklich nicht zu vernachlässigen. Durch die Bodenbeschaffenheit erreicht besonders der Riesling ein außerordentlich gutes Aroma

Bewirtschaftet wird das Gebiet von ca. 500 Winzern; 50 davon vermarkten ihre Weine sogar selbst. 

Die Weinregion Ahr für Touristen

Besonders für Touristen lohnt sich ein Ausflug in die Weinregion Ahr. So lassen sich von Frühling bis Herbst viele Weinwanderungen unternehmen. Die Gegend fasziniert mit einer tollen Landschaft, die zum Entspannen und Seele baumeln einlädt. Wie in vielen anderen Weinregionen werden die Weinfeste hier groß geschrieben und tragen zur kulturellen Identität der Gegend bei. Besonders die traditionellen Wein- und Hoffeste in der Ahrregion gehören zu herausragenden kulinarischen Events, die man nicht verpassen sollte. Allen voran steht die kulinarische Veranstaltungsreihe „Gourmet & Wein“. Hier begeistern die Ahrwinzer und zahlreiche Köche den Gaumen mit Speis und Trank aus der Region. Genuss steht hier an erster Stelle!

Am ersten Pfingstwochenende findet die Wahl der Ahrweinkönigin in der Ortschaft Ahrweiler statt. Zelebriert wird dies in Form eines Festes: Die Winzer laden ein zu Kostproben und verkaufen ihre Produkte. 

Auch in der Weihnachtszeit hat das Ahrtal einiges zu bieten: Die Kurgartenbrücke erstrahlt in weihnachtlichem Glanz und auch kulinarisch wird hier viel geboten. 

Wanderfreunde kommen im Ahrtal voll auf ihrer Kosten. Felsige Schluchten und viele Weinberge laden zu langen Spaziergängen und Wanderungen ein. Besonders die Ahr-Wein-Woche sollte man nicht verpassen. Viele Wanderungen führen direkt durch die Weinberge und vorbei an traditionellen Gaststätten, wo die Möglichkeit besteht, den regionalen Wein direkt zu probieren. Zu empfehlen sind besonders der Ahr-Steig und der Rotweinwanderweg. 

Die drei bekanntesten Weingüter aus der Region Ahr

Ein echtes Highlight in Sachen Wein bietet allen voran die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr. Hier haben sich 420 Mitglieder zusammengeschlossen und gemeinsam bewirtschaften sie ein Gebiet von 150 Hektar. Besonders ertragreich ist der Spätburgunder mit 60% und der Riesling mit 20%. Unter den hundert besten Weingütern in Deutschland belegt die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr Platz 10. Besucher können hier Führungen und ein großes Sortiment erwarten. 

Eine weitere Top-Adresse ist das Weingut Bäcker in Bad Neuenahr-Ahrweiler, welches von Christoph Bäcker im Jahr 1989 gegründet wurde. Die Rebfläche beträgt 2,8 Hektar. Das Weingut vermarket seinen Wein selbst. Besonders der Spätburgunder steht hier im Mittelpunkt. So sind viele Weine durchgegoren, doch gibt es für jede Sorte auch eine halbtrockene Variante. Die Weine sind hochqualitativ und reifen in Barriquefässern. Besonders die Bekömmlichkeit seiner Weine liegt dem Winzer Christoph Bäcker am Herzen. 

Last but not least ist das Weingut von Christoph Richter in Ahrweiler ein echter Geheimtipp, wenn es um hochwertige und schmackhafte Weine geht. Das Motto des Winzers lautet „Klasse statt Masse“ und so beträgt die Größe des Anbaugebietes lediglich zwei Hektar. Doch diese Weine haben es in sich, denn die Rieslingtrauben zeugen von bester Qualität. Der Winter achtet auf einen niedrigen Säuregehalt; der Abbau findet biologisch statt. Der Alkoholgehalt seiner Weine überschreitet nicht die 12%-Marke. 

Anbaufläche 545 ha
Ertragszahlen 55 hl/ha
Weinertrag gesamt 30.232 hl
Anteil an Rot und Weißwein
an der Gesamtanbaufläche
86% rote Rebsorten, 14% weiße Rebsorten

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