Die Weinregion Nahe

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Die Weinregion Nahe liegt in Rheinland-Pfalz, erstreckt sich entlang des Flusses Nahe und beginnt in etwa bei den Städten Bingen und Bingerbrück und verläuft über Bad Kreuznach bis hin nach Bad Sobernheim. Der Fluss Nahe entspringt dem Bostalsee und verläuft auf einer Länge von 150 Kilometern durch eine vielseitige Landschaft, wo er auf der Höhe von Bingen in den Rhein mündet. Zudem überwindet sie insgesamt 322 Höhenmeter. Durch die vielen kleinen Abzweigungen und Nebenflüsse, die die Nahe mit sich bringt, beherbergt diese Gegend ideale Voraussetzungen für den Weinanbau.

Diese Weinregion beeindruckt mit einem weinfreundlichen sowie anspruchsvollen Mikroklima und bietet zudem auch landschaftlich viele Reize mit imposanten Felsformationen und saftgrüne Täler, die zum Entspannen einladen. 

Die Geschichte des Weinanbaus in der Region Nahe

Das Weinbaugebiet Nahe ist ca. 4.063 Hektar groß und liegt deutschlandweit im mittleren Feld auf Platz sieben, wenn es um die Größe geht. Die Gegend teilt sich in einen Bereich mit insgesamt sechs Großlagen und 313 Einzellagen. Das Weinbaugebiet ist noch recht jung, denn es gilt erst seit dem Jahr 1972 als eigenständiges Weinbaugebiet. Geregelt ist dies nach § 3 Absatz 1 Nummer 7 im deutschen Weingesetz. Allerdings wird hier schon seit langer Zeit Wein angebaut, denn der Anbaubetrieb an den beiden Nebenflüssen Glan und Alsenz reicht weit zurück bis in die Römerzeit. Vor der gesetzlichen Regelung ging der Wein unter dem Namen Rheinwein auf den Markt. Auch das älteste Weingut in Deutschland, das Weingut Salm, befindet sich hier und läuft auch heute noch unter Familienbetrieb. In der alten Römerhalle in Bad Kreuznach können Weinfreunde sogar in die Geschichte des Weinanbaus aus dieser Region eintauchen, denn hier befinden sich Weingläser und Rebmesser, die den Weingenuss in der Römerzeit erzählen. Im Mittelalter betrieben Klöster den Weinanbau. 

Um das Jahr 1500 wurde der erste Wein aus dieser Region exportiert. Hierbei handelte es sich um den sogenannten Monziger Feuerwein. 

Heutzutage produziert diese Region verschiedene Weine, die weltweiten Anklang finden und sich einen Namen gemacht haben. 

Geographische Besonderheiten der Region 

In der Weinregion Nahe wachsen die Reben auf sanftem Hügelland, aber auch Steilhänge lassen sich in dieser Gegend finden. Eine absolute Besonderheit, die Nahe von den anderen Weinregionen abgrenzt, ist die Beschaffenheit der Böden. Insgesamt lassen sich 180 verschiedene Arten von Böden in dieser Gegend finden. Dadurch ergibt sich eine große Vielseitigkeit. Im unteren Bereich der Nahe lassen sich vor allem Schiefer- und Quarzitböden finden. Im oberen Lauf des Flusses, bei den Ortschaften Traisen und Monzingen, sind vor allem roter Sandstein, Rhyolith und Melaphyr vertreten. Die Gegend um Bad Kreuznach ist geprägt von Böden aus Lehm und Löss, Tonüberlagerungen aus Sandstein und Verwitterungsböden. Diese Gesteine und Böden zeichnen eine enorme Vielfalt ab und genau diese spiegelt sich auch in den Weinen, die aus der Naheregion stammen, ab. Besonders geschmackliche Unterschiede und Aromen sind hier zu finden, allen voran der Riesling aus der Region Nahe, welcher elegant und mineralisch ist.

Das Klima in dieser Region liefert gute Bedingungen für den Weinanbau, denn es ist mild, insgesamt ausgeglichen und regenarm. Bestückt sind die Reben größtenteils mit weißen Sorten, jedoch lassen sich auch rote Reben hier finden. Vor allem zwischen Bad Kreuznach und Bingen werden die roten Rebsorten (z.B. Burgundersorten) angebaut, die in dem vorherrschendem Klima prächtig gedeihen. Die Säurestruktur dieser Sorten liegt im mittleren Bereich, das Mostgewicht ist hoch. 

Das Klima verändert sich, je höher die Nahe fliesst, denn im Norden wird die Region von kühleren Luftmassen beeinflusst, welche aus dem Mittelgebirge stammen. Dies wirkt sich auf die Trauben aus, so dass sie zu einem späteren Zeitpunkt reifen. Der Riesling aus dieser Region verzeichnet deswegen ein ganz besonderes Aroma: So ist er schlank und fruchtig und begeistert mit einer leichten Säurestruktur. 

Die Weine aus Nahe werden zu fast 50 Prozent direkt vermarktet. Hierunter fallen 300 Winzer, die Bestellungen ausliefern. Qualitäts- und Prädikatsweine machen den höchsten Teil des Ertrages aus. Der Rebsortenspiegel zeigt einen deutlich höheren Anteil an weißen Rebsorten: Insgesamt 75% gehören zu dieser Gruppe. Ganz oben stehen vor allem folgende Sorten: Riesling mit 27,3 % Fläche, Müller-Thurgau (Rivaner) mit 13,4 % Fläche sowie Silvaner, dessen Anbaufläche 6,5 % beträgt. Zudem sind die Sorten Weißer Burgunder, Grauburgunder, Kerner, Bacchus, Scheurebe und weitere vertreten. Bei dem Sortenspektrum der Rotweine führt allen voran der Dornfelder mit 10,8 Prozent Anbaufläche, gefolgt von Spätburgunder mit 5,9 %. Aber auch Blauer Portugieser und Regent werden in der Weinregion Nahe angebaut. 

Weinfeste in der Region Nahe

Die Winzer in dieser Region arbeiten teils traditionell, aber auch unter dem Einsatz moderner Herstellungsverfahren. Zudem wird den Winzern aus der Region Nahe nachgesagt, dass sie sehr feierfreudig sind. Zudem sind sie äußerst gastfreundlich und freuen sich über jeden Besuch, der ein gutes Glas Wein zu schätzen weiß. Und dies sind nicht nur Gerüchte, sondern lässt sich auch handfest belegen, da es in der Region im Zeitraum März bis Dezember an jedem Wochenende ein anderes Hoffest gibt, eine Weinpräsentation oder eine Kirmes. Zudem sind auch die großen Weinfeste über die Region hinaus bekannt und sehr beliebt. So ist das WeinHöfeFest, welches um die Burg Layen an Pfingsten stattfindet, ein echtes Highlight. Sieben Weinhöfe sorgen mit viel Wein und guten Speisen für eine Menge Spaß. Zudem gibt es immer wieder Frühlingsfeste, Probier- und Einkaufsveranstaltungen sowie Wanderungen durch die Weinberge und Ortschaften, bei denen selbstverständlich auch die Möglichkeit gegeben ist, die Weine aus der Region zu probieren.  

Der Wein der Region wird übrigens von der Naheweinkönigin repräsentiert, welche jährlich gewählt  wird. Zudem stehen ihr zwei Weinprinzen zur Seite. 

Die Naheweinstraße

Besonders bekannt in dieser Region ist die Naheweinstraße. Gerade Touristen lieben diese Route durch die schönsten Ecken, die fast schon Urlaubsfeeling pur versprüht. Die Naheweinstraße ist eine Themenroute mit einer Länge von 130 Kilometern. Insgesamt verbindet sie bei ihrem Verlauf 35 Weinorte. Die Straße gliedert sich in zwei Bereiche: In die Nord- und die Südroute. Letztgenannte beginnt bei Martinstein und verläuft über Bad Sobernheim nach Binden am Rhein. Die Nordroute entspringt in Bingen-Bingerbrück und endet in Martinstein. Die Route führt zudem an vielen kleinen Weinbergshäusern aus vergangen Zeiten vorbei. 

Die drei bekanntesten Weingüter aus der Region Nahe

Ein echtes Highlight in Sachen Wein bietet das Weingut Dönnhoff, welches sich in Oberhausen an der Nahe befindet. In den Jahren 2010, 2011 und 2012 wurde es für den besten deutschen Riesling ausgezeichnet. Die Fläche der Weinberge beträgt 25 Hektar. Angebaut werden 80% Riesling sowie 20% Pinot Blanc und Pinot Gris. Die Weine vergären und lagern in klassischen Holzfässern aus Edelstahl und deutscher Eiche. 

Eine weitere Top-Adresse ist das Weingut Emrich-Schönleber in Monzingen, welches von der Familie Schönleber geführt wird. Im Jahr 2013 bekam das Weingut die Auszeichnung „Bester trockener Riesling“ von Robert Parker verliehen. Bewirtschaftet werden 19 Hektar Anbaufläche mit 85% Riesling neben Grauburgunder und Weißburgunder. 

Auch das Weingut Schäfer-Fröhlich aus Oberhausen an der Nahe produziert Weine auf höchstem Niveau. Das Weingut hat eine Größe von rund 16 Hektar und hergestellt werden hauptsächlich aromatische und unverwechselbare Rieslinge. 

Daten und Fakten

Anbaufläche 4.063 ha
Ertragszahlen 76 hl/ha
Weinertrag gesamt 309.715 hl
Anteil an Rot und Weißwein
an der Gesamtanbaufläche
75% weiße Rebsorten, 25% rote Rebsorten

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