Wairarapa – kleine Region, große Weine

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Als sechstgrößte der zehn Weinregionen Neuseelands ist Wairarapa zwar klein, aber in Sachen Qualität ganz vorne mit dabei. Einige der besten Weine des Landes kommen hierher. Berühmt ist die Region vor allem für Pinot Noir aus dem Anbaugebiet Martinborough. Die 67 Weinhersteller in Wairarapa produzieren geringe Mengen erstklassigen Weins. Lediglich drei Prozent der Reben Neuseelands stehen hier. In Anbetracht dessen mag es vielleicht überraschen, wie renommiert einige der Weingüter sind. Wairarapa genießt in der Weinwelt einen hervorragenden Ruf, der nicht von ungefähr kommt. 


 

 

Die Weinregion ist an der Südspitze der Nordinsel beheimatet, etwa eine Autostunde nordöstlich von der Hauptstadt Wellington entfernt. Das Landschaftsbild wird bestimmt von Hügelketten und weiten Ebenen vor einer Hintergrundkulisse aus Bergen. Der Name Wairarapa kommt aus der Sprache der Maori und bedeutet glitzerndes Wasser. Grund für die Namensgebung war vermutlich der örtliche See, der heute ebenfalls Wairarapa heißt. Wie beinahe überall in Neuseeland ist die Küste nicht weit entfernt, wobei sich der Weinbau auf das Landesinnere konzentriert. Die Gegend ist ländlich geprägt, mit kleinen, verstreuten Ortschaften hier und da. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Wein, hervorragendes Essen und diverse Freizeitmöglichkeiten, alles inmitten einer bildhübschen Umgebung, machen Wairarapa zu einem attraktiven Ziel, besonders für die Bewohner Wellingtons sowie ausländische Weinliebhaber. Ähnlich hoch geschätzt wie die Weine werden die lokal erzeugten Olivenöle. Die Region mit ihren kulinarischen Köstlichkeiten lässt sich sehr gut mit dem Fahrrad erkunden. 

 

Das Wetter in Wairarapa

Das Klima Wairarapas ist dem von Marlborough, Neuseelands größter Weinregion, sehr ähnlich, allerdings ein wenig wärmer. Nur etwas Land und das Meer zwischen Nord- und Südinsel trennt die beiden Regionen voneinander. Auf der Nordinsel ist Wairarapa das trockenste und kühlste Weinbaugebiet. Das Meer übt einen gewissen Einfluss aus, aber nicht so stark wie beispielsweise in Marlborough. Die Sommer sind warm und rund 1.900 Stunden im Jahr lässt sich die Sonne blicken. Nachdem die Temperaturen während der wärmsten Jahreszeit bis über 25 °C ansteigen, kühlt es sich nachts deutlich ab. Frühjahr und Herbst sind generell eher kühl. Aus den klimatischen Bedingungen resultiert eine lange Reifezeit. So entstehen komplexe Weine, die die Eigenschaften ihrer Rebsorte deutlich wiedergeben. 

 

Martinborough und Co.

Wairarapa setzt sich aus drei Unterregionen zusammen: Masterton im Norden, Martinborough im Süden und Gladstone dazwischen. Die Böden stammen aus alten Flusssedimenten, besitzen eine gute Drainagefähigkeit und sind zu einem Großteil mit Pinot Noir und Sauvignon Blanc bepflanzt. Die Wachstumsbedingungen und Weine sind vergleichbar mit denen aus Burgund in Frankreich. 

Nachdem in Masterton einst die ersten Reben der Region standen, wurde die Gegend anschließend lange Zeit nicht für den Weinbau genutzt. Inzwischen wissen die Winzer rund um den größten Ort Wairarapas die Kalksteinböden wieder zu schätzen. 

Martinboroughs Aushängeschild ist der viel gelobte Pinot Noir. Diese schwierige Rebsorte trifft hier auf gute Wachstumsbedingungen. Fähige Winzer verarbeiten die Trauben zu komplexen Weinen auf Weltklasseniveau. Die mineralischen Kieselböden tun ihr Übriges dazu und diese gesammelten Faktoren des Terroirs ergeben elegante Weine mit konzentrierten Aromen. Nicht nur der Pinot Noir aus Martinborough ist ausgezeichnet. Auch andere Sorten, wie Sauvignon Blanc, Chardonnay, Pinot Gris oder Syrah können überzeugen. Säure und Restsüße sind gut ausbalanciert und die Weine wirken insgesamt sehr fruchtig und lebendig. 

Wichtigstes Merkmal des Anbaugebietes Gladstone sind die Flussterrassen, dank derer das Wasser aus dem Boden sehr gut abfließen kann. Die überwiegend angebauten Rebsorten sind auch hier Pinot Noir, Sauvignon Blanc und Gewürzweine, etwa Pinot Gris. In Gladstone findet jedes Jahr im März ein Erntefestival statt, bei dem die leckeren lokalen Tropfen ausgiebig zelebriert werden. 

 

Drei der besten Weingüter in Wairarapa

Palliser Estate ist der größte und einer der besten Weinproduzenten der Region. Seit der ersten Pflanzung 1984 wurde die hohe Qualität der Weine durch diverse Auszeichnungen bestätigt. Die Anbaufläche von 85 Hektar verteilt sich auf verschiedene sorgfältig ausgewählte Standorte. Wie überall in der Region spielt Pinot Noir eine wichtige Rolle. Ferner erzeugt Palliser Estate Chardonnay, Sauvignon Blanc, Riesling, Pinot Gris und herausragenden Winzersekt, in traditioneller Flaschengärung hergestellt (Methode Traditionelle). Das Weingut teilt seine Weine in zwei Produktreihen: Die allerbesten Premium-Weine tragen den Namen Palliser Estate, die Weine unter dem Label Pencarrow bieten ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und sind weniger lagerfähig. In außergewöhnlich guten Jahren entstehen zudem Pinot Noirs unter dem Namen Great Dogs. Die Probierstube gehört zu den meistbesuchten der Gegend.

Als Clive Paton 1980 das Weingut Ata Rangi gründete, war er einer der Pioniere in Martinborough. Angefangen mit einer Anbaufläche von fünf Hektar, genießt Ata Rangi heute den Ruf, einige der besten Pinot Noirs Neuseelands herzustellen. Besonders ausdrucksstark und lagerfähig sind die Exemplare unter dem Label Ata Rangi, während die Reihe namens Crimson Pinot Noirs enthält, die jung getrunken werden wollen. Weitere Weine sind Chardonnay, Riesling, Pinot Gris, ein Rotwein im Bordeaux-Stil sowie ein sommerlicher Rosé. 

Im Vergleich zu den Pionieren unter den Winzern, die Wairarapa in den Achtzigerjahren entdeckten, hat das Weingut Schubert eine junge Geschichte. Der Betrieb gehört dem deutschen Paar Kai Schubert und Marion Deimling, beide studierte Önologen, die sich auf der weltweiten Suche nach einem geeigneten Ort für ihr Weingut 1998 im neuseeländischen Wairarapa niederließen. Der Schwerpunkt liegt selbstverständlich auf Pinot Noir. Darüber hinaus gibt es Sauvignon Blanc, den aus drei weißen Rebsorten bestehenden Tribianco, einen Cabernet-Merlot-Verschnitt und einen Syrah. Der Großteil der Schubert-Weine wird in über 30 Länder exportiert.

 

Daten und Fakten

Anbaufläche 997 ha
Weinertrag  41.500 hl

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