Weinbauregion Tasmanien

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Tasmanien ist eines der ältesten Weinanbaugebiete Australiens. Allerdings kam der Weinanbau nach den Anfängen erst einmal zum Erliegen und erst wieder Mitte des 20. Jahrhunderts in Schwung. Heute werden vor allem Weißweinsorten kultiviert. Anfangs wurden die Reben häufig zur weiteren Verarbeitung aufs Festland gebracht. Heute erkennen immer mehr Winzer das Potential der Region und produzieren eigene Weine.


 

 

Allgemeines zu Klima und Lage

Die Insel Tasmanien gehört zum gleichnamigen Bundesstaat und befindet sich etwa 240 km südlich des australischen Festlandes. Sie ist über 68.000 Quadratkilometer groß und beherbergt mehr als 500.000 Menschen. Die Hauptstadt Tasmaniens ist Hobart.

In Tasmanien herrscht ozeanisches Klima. Dadurch sind die Winter relativ mild, obwohl es auch zu Schneefall und Nachtfrösten kommen kann. Die Sommer sind vergleichsweise kühl. An der Westküste Tasmaniens fällt aufgrund der westlichen Bergketten deutlich mehr Niederschlag. Hier wird die Landschaft von unterschiedlichen Regenwäldern geprägt. In der Mitte und im Osten scheint häufig die Sonne.

Das gemäßigte Seeklima auf der Insel ist gekennzeichnet durch starke Winde, abrupte Wetterwechsel und hohe Luftfeuchtigkeit. Der Westteil Tasmaniens ist deutlich feuchter und kühler und hat weniger Sonnenstunden im Jahr als der Osten. Verstärkt werden diese Temperaturunterschiede durch eine kalte, von der Antarktis kommende Meeresströmung im Westen und einer warmen Meeresströmung im Osten. Insgesamt ermöglichen die milden Temperaturen im Frühling und Sommer, die warmen Herbsttage und kühlen Nächte den Trauben, langsam zu reifen. Das führt zu einer maximalen Geschmacksentwicklung der einzelnen Sorten und der Beibehaltung des natürlichen Säuregehaltes.

 

 

Weinanbau in Tasmanien gestern und heute 

Die ersten Reben gab es in Tasmanien bereits im Jahr 1823, so dass die Weinregion zu den traditionsreichsten in Australien gehört. Anfangs wurde rund um die Hauptstadt Hobart sowie an der Nordküste bei Launceston Wein angebaut. Nach dem ersten Aufschwung wurde der Weinbau in Tasmanien allerdings längere Zeit stiefmütterlich behandelt und kam vollkommen zum Erliegen. So gab es Ende des 19. Jahrhunderts in Tasmanien kaum noch Rebstöcke. 

Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckte der Franzose Jean Miquet die Region für den Weinbau und leitete damit eine echte Renaissance ein. Inzwischen haben viele Winzer erkannt, dass das in Tasmanien herrschende Klima sehr gut für den Weinbau geeignet ist. Die Rebflächen vergrößern sich nach wie vor kontinuierlich.

Tasmanien besteht aus drei Weinanbauzonen. Dazu gehören Southern Tasmania, Northern Tasmania und East Coast Tasmania.  Die Region ist deutlich kühler als die übrigen Weinanbaugebiete Australiens. So sind die überwiegend weißen Weine, die hier wachsen, säurebetont und haben ein ausgeprägtes Aroma. Häufig werden sie für die Schaumweinproduktion verwendet. Viele in Tasmanien gelesene Trauben wurden nicht vor Ort verarbeitet, sondern beispielsweise nach Victoria oder South Australia gebracht und dort zu Wein gekeltert. Doch verstärkt stellen die tasmanischen Winzer selbst Wein und Sekt her.

Bei den tasmanischen weißen Reben überwiegen Riesling, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Pinot Gris. Von den roten Sorten werden vor allem Pinot Noir, Merlot und Cabernet Sauvignon kultiviert. 

Die roten und braunen Böden in der Region sind abgeleitet vom Dolerit- und Basaltvorkommen Teilweise besitzen sie auch einen recht hohen Eisengehalt. Vor allem die Braunerden mit Doleritanteil sorgen für durchlässige und warme Böden und damit für eine langsame Reifung.

In Tasmanien gibt es rund 160 lizensierte Weinproduzenten. Fünf tasmanische Weingüter befinden sich auf der australischen Bestenliste 2014 und weiteren 24 Weingütern wurden die begehrten fünf Sterne verliehen.

 

 

Southern Tasmania

In dieser Zone lag der erste Weinberg Tasmaniens. Nachdem er lange brachlag, wurde er Mitte des 20. Jahrhunderts neu entdeckt. Seit dieser Zeit entstehen in Southern Tasmania immer mehr Weingärten. Winzer und Weinerzeuger erkannten das Potential der Gegend, so dass Southern Tasmania seit Ende der 1990er Jahre nicht mehr nur Traubenlieferant für den Kontinent ist. Vielmehr zeichnet sich das Anbaugebiet mittlerweile mit hochwertigen eigenen Weinen aus.

Wein wird in Southern Tasmania rund um die Hauptstadt Hobart, entlang des Coal Rivers, im Huon- sowie im Derwent-Vallay und bei Geeveston angebaut. Vor allem im Derwent-Tal ist es häufig sehr trocken, während im Huon-Tal ein ausgeglichenes mildes Klima herrscht.

In Southern Tasmania wachsen vor allem Chardonnay und Pinot Noir, die das kühle Klima schätzen. Überzeugende Ergebnisse werden aber auch von Riesling, Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Merlot geliefert.

Nach wie vor wird ein Teil der Ernte für die Herstellung von Grundweinen für die Schaumweinproduktion verwendet. Vor allem die Trauben des Pinot Noir werden zu einem relativ großen Teil zu rotem Sekt verarbeitet. Mehr und mehr Winzer produzieren mit Erfolg inzwischen selbst Stillweine und Schaumweine. In der Region gibt es etwa 50 Weinbaubetriebe.

 

 

Northern Tasmania

Häufig wird das Klima in Northern Tasmania mit dem in der Champagne verglichen. So wachsen hier vor allem sehr gute Pinot Noir und Chardonnay. Ebenfalls kultiviert werden Riesling, Sauvignon Blanc oder Cabernet Sauvignon. Insgesamt umfasst die Region zahlreiche sehr unterschiedliche Weinbaugebiete. 

Eines der Weinbauzentren Tasmaniens befindet sich im rund um die Stadt Launceston. Im Bereich des Pipers River ist es hügelig und besonders kühl. Hier werden vor allem feine Weißweine und feinperlige Schaumweine hergestellt. Im Gebiet des offeneren Tamar-Tales herrscht ein ausgeglicheneres Klima. Hier wachsen eher körperreiche Rotweine.

Inzwischen werden viele Weine direkt vor Ort gekeltert. Sie weisen eine hohe Qualität auf und zählen mit zu den australischen Spitzenweinen. In Northern Tasmania gibt es über 40 Weinbaubetriebe.

 

 

Bekannte Weingüter 

Kreglinger Wine Estates gehören zu den Marktführern der tasmanischen Weinindustrie. Das Weingut liegt an der Nordküste Tasmaniens am westlichen Ufer des Tamar River etwas nördlich von Launceston. Ein bekannter Wein ist der „Pipers Brook Pinot Noir“.

Yaxley Estate Vineyard liegt in Southern Australia, etwa 40 km östlich der Hauptstadt Hobart. Hier entstehen auf etwa 3 Hektar über längere Zeit gereifte Trauben mit intensivem Fruchtgeschmack. Ein interessanter Wein ist der 2011er Pinot Noir „Yaxley Estate ‘Joseph’ Sparkling“.

Das Weingut Clover Hill befindet sich in Northern Australia, etwa 30 km nördlich von Launceston. Es umfasst rund 28 Hektar. Hier wird nur ein Wein aus den Rebsorten Pinot Noir, Meunier und Chardonnay nach der Champagner-Methode produziert – der Schaumwein Clover Hill. 

 

 

Daten und Fakten

Anbaufläche 1.500 ha
Ertragszahlen

durchschnittlicher Preis der tasmanischen Traube pro Tonne ($2.393)
höher als in anderen australischen Anbaugebieten ($499)
ca. 1% der kompletten australischen Anbaufläche
0,5% des gesamten australischen Weinertrags 
45% Pinot Noir & 59% Chardonnay für Sektherstellung
30% des Gesamtertrags Tasmaniens für Sektherstellung

Weinertrag gesamt 114.000 hl
Anteil Rot-und Weißwein über 90% Weißwein, Rest Rotwein

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